Sorgen wegen Riester-Vorsorge
März 30th, 2009 | by finanzblog24.de Redaktion | <----->Die Finanzkrise hat natürlich die Welt der Geldanlagen voll im Griff. Aktienfondssparpläne oder fondsgebundene Rentenversicherungen wurden immer als sicher bezeichnet, sind aber mit in der Krise und größtenteils im Minus. Riestern via Börse – lohnt sich das noch?
Die Gebühren sind teuer,die Kurse sinken und häufig werden Umschichtungen vonnöten. Vorteil: Egal, welche Schwankungen die Börse durchmacht, man bekommt garantiert die einbezahlten Beträge zuzüglich der staatlichen Förderung bei Renteneintritt ausbezahlt, die Verluste scheinen also nur scheinbar da zu sein. Die Anbieter der Riester-Rente haben Sicherheiten zu hinterlegen, sodass das Versprechen, man bekäme mindestens den Eigenanteil plus staatlicher Zulagen ausbezahlt, eingehalten wird. Aber Sparer erhofften sich natürlich einen Gewinn.
Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg meldet sich zu Wort: ‚Für so manchen kann es sinnvoll sein, das Aktiensparen mit Riester ganz bleiben zu lassen’. Man solle die Verträge prüfen, rät auch die Verbraucherzentrale Bayern: ‚Es kann sein, dass ein Großteil der Verträge bis zum Laufzeitende nicht wieder geheilt werden kann.’ Führende Fachzeitschriften der Finanzwelt reden davon, dass die Anleger damit rechnen müssen, dass man eine Null-Rendite erwarten könne – mehr nicht. Ein Drittel aller in Deutschland abgeschlossenen Riester-Renten-Verträge laufen über fondsgebundene Alternativen. Banksparpläne bringen zwar keine so hohe Rendite, wie das bei fondsgebundenen Verträgen noch im Jahre 2002 versprochen wurde, aber sie bieten entsprechende Sicherheit. Die Sicherheit der fondsgebundenen Riester-Renten enttäuscht die Verbraucher jedenfalls; insbesondere die Sparer ab 45 Jahre sind enttäuscht.
Mehrere Anbieter schichten dauerhaft auf Rentenfondsanteile um; dies wäre sicherer, als Aktienfonds. Dies hat allerdings Auswirkungen auf die Finanzen der Geldanleger: Verluste können nur noch schwer gebremst werden, denn wenn ein Depot frei von Aktienanteilen bleibt, werden nur neue Beträge wieder an der Börse angelegt. Somit haben alle bisher angelegten Beträge Verluste geschrieben, die mit den neuen Einlagen nicht wieder ausgeglichen werden können.
Je älter die Anleger, umso höher die Verluste, die umso schwieriger wieder auszugleichen sind – eine traurige, aber wahre Kalkulation. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen fordert vom Gesetzgeber, die einst so hochgelobte Werterhaltungsgarantie neu zu überdenken. Gleichzeitig rät der Verband, man solle nicht gleich kündigen, sondern zwischenzeitlich auf Beitragsfreiheit plädieren. Damit gingen die einbezahlten Beiträge und die bisherigen staatlichen Zulagen wenigstens nicht verloren.
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