Historisches Zinstief
März 11th, 2009 | by finanzblog24.de Redaktion | <----->Historisches Zinstief
Am Donnerstag, den 05.03.2009, setzte die Europäische Zentralbank einen neuen Leitzins an. Dieser liegt nun so tief, wie noch nie: Von 2,0 Prozent wurde der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) auf 1,5 Prozent herabgesetzt. Laut EBZ sei dies unbedingt nötig gewesen. Angesichts der sich weltweit auswirkenden Wirtschafts- und Finanzkrise möchte die EZB mit der Senkung des Leitzinses bewirken, die Kaufkraft anzuregen und somit die Krise zu schwächen.
Das steckt dahinter:
Es ist natürlich gut, dass sich durch den gesenkten Leitzins auch die Banken äußerst günstig Geld leihen können. Damit stellt die EZB die Liquidität einiger Kreditinstitute wieder her. Weiter haben auch Privatpersonen sowie Unternehmen die Chance, sich günstiger Kredite zu bedienen – Bonität wird noch immer vorausgesetzt. Hinter dieser Überlegung handelte die Europäische Zentralbank natürlich auch, als sie den Leitzins auf rekordtiefe 1,5 Prozent gesenkt hat. Somit können Immobilien oder Konsumgüter angeschafft werden, man könnte wieder investieren, die Wirtschaft würde wiederbelebt und alles könnte so schon sein…
…wenn es nicht ein Aber gäbe. Denn: Was ist mit bestehenden Geldanlagen? Der Leitzins trifft natürlich auch sämtliche Geldanlagen. Die so hoch gerühmten Tages- und Festgeldkonten. Festgeldkonten haben eine Zinsfestschreibung nur über den abgeschlossenen Zeitraum. Tagesgeldkonten heißen nicht nur so, weil sie täglich verfügbar sind, sondern auch, weil sich die Zinsen täglich ändern können. Senkt nun also die Europäische Zentralbank den Leitzins, hat das zur Folge, dass die Zinsen auf Geldanlagen sinken. Noch zu Beginn des aktuellen Jahres, also vor etwa drei Monaten, lag der Zinssatz dieser Geldanlagen auf cirka fünf Prozent. Wer jetzt noch die Hälfte bekommt, kann sich glücklich schätzen.
Ein möglicher Ausweg?
Wie kann man diesem Dilemma entgehen? Möchten doch Verbraucher ihre Finanzen renditestark, aber risikoarm anlegen. Der Staat ist verschuldet, die EZB senkt ihren Zinssatz. Es drängt sich geradezu auf, jetzt dem Staat einen Teil der Schulden abzunehmen. Bundesanleihen und Bundesobligationen bieten neben Mischfonds bereits seit Jahren einen guten Mix aus Rendite und Sicherheit. Gerade jetzt könnte es passieren, dass eben diese Geldanlagen boomen werden. Studien zeigen, dass der Anleger derzeit auf Sicherheit setzt. Es klingt makaber, ist aber eine Tatsache: Wer dem Staat Schulden abnimmt, setzt auf diese Sicherheit.
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