Geldanlagen – derzeitige Zinssituation in Deutschland
Juli 12th, 2010 | by finanzblog24.de Redaktion | <----->In Zeiten von wirtschaftlichen Unsicherheiten erwarten Privatanleger von ihrer Geldanlage, dass sie vor allem dem Aspekt absoluter Sicherheit genügen kann. Fest- und Tagesgeld sind hierbei absolut prädestiniert für ein absolut sicheres Investment. So besteht für Einlagen bis 50.000 Euro pro Konto in Deutschland kein Emittentenrisiko, sofern die jeweilige Bank dem Einlagensicherungsfonds angeschlossen ist. Darüber hinaus sind Fest- und Tagesgeldanlagen weder einem Kurs- noch einem Wechselkursrisiko ausgesetzt.
Im Gegenzug müssen Anleger Einbußen bei der Höhe des jeweiligen Habenzinses hinnehmen, da die zu erwartende Rendite bekanntermaßen in einem engen Verhältnis zum Risiko steht. Der Zins orientiert sich bei beiden Anlageklassen vor allem am allgemeinen Zinsniveau, gemessen am Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) und des auf den Euro basierenden Referenzzinssatzes für den Interbankenhandel EURIBOR. Die beiden genannten Zinssätze stehen wiederum in direkter Abhängigkeit zur wirtschaftlichen Lage des Euroraumes und vor allem seiner starken Mitglieder Deutschland und Frankreich. Ein Blick auf die Bedeutung des Leitzinses für die Kreditvergabe von Banken und Sparkassen an die Realwirtschaft zeigt, dass niedrigere Leitzinsen in Zeiten einer schwächelnden Wirtschaft dem Auftauchen einer Kreditklemme vorbeugen kann, indem sich die Kreditinstitute ihrerseits durch eine wesentliche günstigere Refinanzierungsmöglichkeit eher bereit erklären, zusätzliche Risiken in ihr Kreditportfolio aufzunehmen. So mag es nicht verwundern, dass die Leitzinsen seit Ausbruch der schweren Wirtschafts- und Finanzkrise durch die EZB drastisch gesenkt worden sind. Während der Leitzins im Herbst 2008 noch bei 4,25 % notierte wurde er innerhalb weniger Monate auf das absolute Rekordtief von gerade einmal noch 1 % gesenkt, wo er seit dem auch bis dato notiert.
Parallel zur Entwicklung der Leitzinsen sind auch die Habenzinsen für Tages- und Festgeld deutlich gesunken. So werden Tages- und einjährige Festgelder derzeit im Schnitt mit etwa 1,5 %, ein historisch schwacher Wert, verzinst. Das wirft natürlich die Frage auf, ob das Sparen bei einer derart geringen Verzinsung überhaupt noch lohnenswert ist. Und hier lautet die Antwort ganz eindeutig: Ja! Zum einen wird sich das wirtschaftliche Umfeld und damit auch das Zinsumfeld früher oder später wieder aufhellen und zu einer höheren Rendite führen und zum anderen spielt die private Altersvorsorge in Deutschland eine zunehmend wichtige Rolle, so dass es sich Privatpersonen im Grunde genommen gar nicht erlauben können ihr gesamtes Kapital zu verkonsumieren, wenn im Alter keine Altersarmut drohen soll. Wem die Verzinsung zu gering erscheint, hat die Möglichkeit in anderen Anlageklassen höher verzinsliche Werte zu finden, die ein Investment wert sein könnten. So weisen bspw. viele Unternehmen aus dem DAX eine Dividendenrendite von deutlich über 3 % (Spitzenreiter: Deutsche Telekom mit über 7 %) bei einem moderaten Risiko auf.
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