aktuelle Opel Krise
November 21st, 2008 | by finanzblog24.de Redaktion | <----->aktuelle Opel Krise
Der ums Überleben kämpfende amerikanische Autokonzern General Motors hat auch seine deutsche Tochter Opel in einen ernsten Existenzkampf gestürzt. Die Finanz- und Immobilienkrise in den USA hat dazu geführt, dass auch der Automobilmarkt komplett zusammengebrochen ist. Die amerikanischen Bürgen wollen und können sich keine neuen Autos leisten. Der Absatz von Neuwagen ist auf ein Minimum geschrumpft.
Sollte es den großen US-Autoherstellern, neben General Motors auch Chrysler und Ford, nicht gelingen, vom amerikanischen Staat Milliarden-Dollar-Hilfen zur Überbrückung dieser Krise zu bekommen, so sind alleine in Amerika mehr als drei Millionen Arbeitsplätze bedroht. Allerdings sind die politischen Grabenkämpfe zwischen den US-Demokraten, die für ein Rettungspaket in Höhe von 700 Mrd. Dollar wären, und den US-Republikanern, die nur die bereits genehmigten 25 Mrd. Dollar zur Verfügung stellen wollen, für eine Lösung des Problems äußerst hinderlich.
Im Falle einer Pleite des Mutterkonzerns gilt es also, ein Überschwappen der Insolvenz zu verhindern und unbedingt das Überleben von Opel in Deutschland zu sichern.
Informationen aus Unternehmenskreisen besagen, dass der US-Mutterkonzern Opel in Deutschland mehrere Milliarden Euro schulde. Opel Rüsselsheim hatte in der Vergangenheit im Internationalen Technischen Entwicklungszentrum (ITZ) diverse Leistungen für General Motors erbracht. Sollte General Motors nun Zuflucht zum amerikanischen Insolvenzparagrafen „Chapter 11“ suchen müssen, so bräuchten sie sich für eine gewisse Zeit nicht um ihre Schulden kümmern, Opel Deutschland würde mit leeren Händen dastehen und Verluste machen. Die Vertretungen der deutschen Opel-Mitarbeiter sind denn auch zu Recht der Meinung, dass der amerikanische Mutterkonzern Verluste nach Europa verlagert hat, die nun die hiesigen Belegschaften ausbaden müssen.
Geschäftsführung und Gesamtbetriebsrat verhandeln über verschiedene sichernde Maßnahmen. So sind u.a. Nullrunden der Mitarbeiter und der Wegfall von Bonuszahlungen an Manager im Gespräch. Auch die Reisekosten und das Zurückholen bisher ausgelagerter Arbeiten unterliegen einer genauen Prüfung.
Eine Möglichkeit wäre, den Tochterkonzern von der Mutterfirma zu lösen. Eine Unabhängigkeit von den Amerikanern wird von den meisten Mitarbeitern unterstützt und gewünscht. Dazu sieht Opel Deutschland im Moment allerdings noch keine Veranlassung und hält General Motors vorerst die Treue. Zu eng sind die langjährigen Verflechtungen mit dem amerikanischen Konzern und eine solche Entscheidung obliegt sowieso GM in Detroit. Zunächst wurden die Produktionen gedrosselt und Gespräche mit führenden Politikern gesucht, um die Möglichkeit einer finanziellen Unterstützung zu sondieren. Hilfen in Milliardenhöhe sollen den Fortbestand von Opel sichern und existenzielle Schwierigkeiten abfedern.
Das Solarunternehmen SolarWorld signalisiert aktuell einiges Interesse, Opel in Deutschland mitsamt seiner 25000 Mitarbeiter zu übernehmen und zu einem „grünen“ Autokonzern umzubauen.
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